Hör‘ auf zu coachen und werde Problemlöser Deiner Kunden

Der Markt braucht keine Coaches und keine Trainer, er braucht Problemlöser

In diesem Beitrag möchte ich Sie dazu ermutigen, strategischer mit Ihrem Angebot auf den Markt zu gehen und dadurch erfolgreicher zu werden.

Wer erfolgreich als Selbständiger sein möchte, der muss sich darauf konzentrieren, was seinen Kunden hilft.

Coaches, Trainer, Berater müssen Probleme ihrer Kunden lösen.
Coaches, Trainer, Berater müssen Probleme ihrer Kunden lösen.

Einem Kunden hilft weder ein „Coaching“ noch ein „Training“ noch eine „Beratung“.

Das sind alles nur Methoden, die dazu benötigt werden, um Probleme von Kunden zu lösen, die er nicht selbst lösen kann.

Coaches, Trainer, Berater, die sich in ihren Methoden verlieren und ihre Methoden nach außen darstellen, werden es schwer haben, im Markt dauerhaft Fuß zu fassen.

Brauchen wir keine Methodensicherheit mehr ?

Um es gleich vornweg zu sagen: Ich bin ein totaler Fan von handwerklich sauber ausgeführten Methoden und ich bin der festen Überzeugung, dass eine gute Methodensicherheit für Kunden sehr hilfreich ist. Ich selbst verfüge über die Methodenbandbreite „Coaching“, „Training“ und „Beratung“ und ich setzte sie – bewusst – von Fall zu Fall ausgewählt ein.

Ich finde nichts ätzender, als Kolleginnen und Kollegen, die sich z.B. „Coach“ nennen und von Coaching absolut keine Ahnung haben, was sich in der stümpderhaften Art und Weise zeigt, wie sie „coachen“.

Ein kleiner Selbsttest…

Nehmen wir mal an, Sie werden schon seit längerem von Kreuzschmerzen geplagt und Sie wollen diese endlich los werden.

Nun googlen Sie im Internet herum und sie finden zwei verschiedene Websites. Auf der einen Website lesen Sie:

„Kreuzschmerzen müssen nicht sein – 90% unserer Patienten haben nach nur 3 Behandlungen keine Kreuzschmerzen mehr. Jetzt unverbindlich informieren…“

und die andere lautet:

„Plagen Sie Kreuzschmerzen ? Wir helfen Ihnen dabei, mit Hilfe von Sanio-Sacral-Therapie und Beratung zu einer gesünderen Lebensweise, mit der Sie ihr Leben komplett umkrempeln können, Ihre Kreuzschmerzen langfristig los zu werden. Unser interdisziplinäres Team betreut Sie über den gesamten Zeitraum der Behandlung…“

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht; beim beim ersten Text würde ich denken: „Wow, die können mir helfen“ und beim zweiten Text: „Naja, vielleicht können die mir helfen, aber es dauert lang und ich muss mein Leben ändern…“

Hört endlich auf zu coachen !

Wie im 2. Beispiel oben verhalten sich viele Kolleginnen und Kollegen, besonders Coaches, auf dem Markt.

Sie stellen ihre Methodenwelt nach außen, beschreiben, wofür Coaching so alles gut ist, loben die tief gehende und nachhaltig wirkende „Hilfe zu Selbsthilfe“, die „Ganzheitlichkeit des systemischen Ansatzes, der auch ins alte Herkunfstfamilienmuster schaut…“ u.s.w.

Eure Kunden wollen aber keine Coaches und kein Coaching, sondern sie wollen Problemlösungen – ob sie diese nun selbst produzieren (wie im Coaching) oder ob sie sie geliefert bekommen (wie in der Beratung) ist im Moment, in dem das Problem auftaucht, für den Kunden erstmal zweitrangig.

So werden Sie erfolgreicher als Coach, Trainer, Berater wahrgenommen

Mein Rat (Achtung: Beratung – nicht Coaching und trotzdem hilfreich): Stellen Sie sich strategisch geschickter als Problemlöser für Ihre Kunden auf – im Internet und überall sonst.

Entwickeln Sie Ihre Angebotsstrategie, die sich an den dringendsten Problemen Ihrer Zielgruppe ausrichtet und nicht an ihren eigenen Methoden.

Stellen Sie sich diese Fragen und beantworten Sie diese für sich ausführlich

  1. Was kann ich total gut ? Welche besonderen Stärken habe ich, die ich gerne auf den Markt bringen möchte (mit denen ich mein Geld verdienen will) ?
  2. Welches ist das größte Problem meiner Kunden und warum können sie es nicht lösen (was ist der Engpass).
    Wie kann ich diesen Engpass mit meinen Stärken beseitigen (helfen) ?
  3. Wie kann ich meinen Kunden damit einen Nutzen bieten, der größer ist, als deren Einsatz ?
  4. Wie muss dieser Nutzen formuliert sein, damit er für meine Kunden attraktiv wirkt ?

Wenn Sie sich diese Fragen stellen und Ihr Angebot entsprechend formulieren, dann sind Sie vielleicht plötzlich „Experte für eine bessere Zusammenarbeit“ oder „Spezialist für die Lösung familiärer Streitigkeiten“ oder „Ihr Begleiter für mehr Kunden und mehr Umsatz“…

Wenn Sie beginnen, Ihre Fähigkeiten strategisch auf die Lösung von Problemen Ihrer Kunden auszurichten, dann werden Sie nach und nach als „Lösungsprofi“ wahr genommen und nicht als „Störer“.

Wie Sie die für den Kunden beste Lösung erzeugen, das können Sie ja mit ihm im Verlauf der Zusammenarbeit besprechen. In der Regel dürfte es aber so sein, dass Ihrem Kunden das ziemlich egal ist, wie Sie das machen.

Alles Quatsch….

Glauben Sie nicht ? Na dann versetzen Sie sich noch einmal in die Lage dessen, der seit langem furchtbare Kreuzschmerzen hat und die er nicht los wird.

Ab einem bestimmten Punkt wird er sagen: „Macht mit mir, was ihr wollt – aber nehmt mir diese höllischen Schmerzen weg…„.

Natürlich geht er davon aus, dass der Arzt, der ihn behandelt schon weiß, was er tut und er lässt sich vollständig darauf ein (das nennt man „Kompetenzvermutung“).

Es ist aber kaum anzunehmen, dass der Patient sich vom Arzt genau erklären lässt warum und wie dieser gerade dieses oder jene Methode jetzt anwendet und sich zudem noch seine Doktorarbeit zeigen lässt.

Fazit

Ich schlage Ihnen vor, Ihr Angebot strategischer auf die Frage auszurichten: „Welche Not – aus Sicht eines Kunden – können Sie mit Ihrem Angebot lösen„. Formulieren Sie diese Lösungen als Angebote für Ihre Kunden und durch die Brille Ihrer Kunden.

Formulieren Sie das Angebot keinesfalls durch die Brille des Anbieters und werfen Sie nicht mit Methoden um sich und versteifen Sie sich nicht auf bestimmte Methoden.

Schon Paul Watzlawick sagte zu Recht:

„Für den, der nur einen Hammer hat, ist jeder Problem ein Nagel“.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der strategischen Ausrichtung Ihres Angebotes

Robert Flachenäcker

5 Antworten auf „Hör‘ auf zu coachen und werde Problemlöser Deiner Kunden“

  1. Tja, eigentlich weiß man ja, dass man die 4 Punkte unbedingt klar beantworten soll. Aber entweder vergißt man dies im Eifer des Gefechts oder man kann sie so einfach noch nicht beantworten.
    Vielen Dank, dass Sie diese nochmals so deutlich auf den Tisch bringen. Hilft immer sehr, wenn es jemanden gibt, der einen daran erinnert, dass man erst einmal seine Hausaufgaben machen sollte, bevor man „Kompliziertes“ anbietet.
    Danke.

  2. Na ja, erstens ist das nichts Neues, und zweitens kommt es beim Marketing immer auch darauf an, Vertrauen zu wecken? Wie ‚ticken‘ die Kund/innen, Klient/innen, Patient/innen? Auf welche Versprechen fallen sie noch – oder schon wieder herein? Gegenüber was sind sie kritisch eingestellt?

    Ach ja, kritisches Denken, das würde uns allen gut tun – und echte Empathie mit den Menschen auch. Das würde nicht nur denen helfen, die Problemlöser brauchen,sich vor Schwätzern und Quacksalbern zu schützen, sondern auch uns selbst als professionellen Anbietern. Ganz ehrlich: was wir brauchen, ist kein verbessertes Marketing, sondern echtes Interesse an unseren Klient/innen und eine solide Arbeit, mit der wir uns deren Vertrauen verdienen. Punkt.

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