Ja, Du bist Experte – nutze Deinen Expertenstatus

Letztens habe ich einen Hinweis auf einen Positionierungsworkshop von mir bei Facebook abgesetzt.

Darauf hin kommentierte ein anerkannter Marketingexperte sinngemäß:

„Ach, Du bist auch Experte für Positionierung ? Wow !“.

Ich begann auf die Frage hin darüber nachzudenken, wann eigentlich jemand ein Experte ist und wer das festlegt.

Am Ende der Überlegung kam ich zu der festen Überzeugung, dass ich Experte für Positionierung bin und ich bin sicher, dass auch Sie oftmals Experte für etwas sind.

Wer entscheidet, über Ihren Expertenstatus ?

Stehen Sie zu Ihrem Expertenstatus als Coach, Trainer oder Berater.

Stehen Sie zu Ihrem Expertenstatus als Coach, Trainer oder Berater.

Wer mich kennt weiß, dass ich ein Fan von Analogien bin; hier kommt eine:

Wenn Sie kleiner Kinder haben und ihnen erstmals beibringen, wie man eine wunderschöne Schleife in seine Schuhe binden kann, dann steigen Sie ob Ihrer Fähigkeiten sofort in der Achtung Ihrer Kinder an.

Wenn Sie dann noch Ihren Kindern einen Doppelknoten zeigen, erlangen Sie schlagartig Expertenstatus – zumindest in den Augen Ihrer Kinder.

Das Gleiche gilt fürs Radfahrenlernen (das können Sie sogar so gut, dass Sie es anderen beibringen können) und andere Themen, die Sie Ihren Kindern beibringen.

Auch wenn Sie – gemessen an einem Radrennprofi – vielleicht nur ein „Wurm“ hinsichtlich „Radfahren“ sind – und für einen Floristen nur ein Amateur in Sachen „Schleifenbinden“ – für Ihre Kinder bleiben Sie Experte für Radfahren und Schuhebinden.

Ich bin sicher, dass Sie sich selbst niemals den Expertenstatus für Schuhebinden geben würden – Sie lassen das andere machen.

Einen Expertenstatus können Ihnen nur die Empfänger Ihrer Expertise vermitteln.

Sie aber können ihn annehmen – und (so gut kennen Sie mich vielleicht schon) marketingmäßig für sich nutzen.

Was entscheidet über den Expertenstatus ?

Wie Sie an den obigen Beispielen erkennen können, hängt der Expertenstatus gar nicht so sehr vom absoluten Wissen ab, sondern davon, dass Sie für Ihre Kundschaft / Ihre Zielgruppe einen Nutzen stiften, dadurch, dass Sie etwas besser können, als Ihr Kunde.

Idealerweise kommt bei Coaches, Trainern und Beratern noch die Fähigkeit hinzu, das Wissen auch zu vermitteln.

Entscheidend für Ihren Expertenstatus sind also 2 Faktoren: Ihre Zielgruppe und der Nutzen, den Sie stiften.

Stehen Sie zu Ihrem Expertenstatus

Vermutlich gibt es auf der Welt irgendwo Menschen, die sich noch ein bisschen (oder viel) besser mit irgendwas auskennen, das ich in meinen Beratungsportfolio habe. Vermutlich gab es zur gleichen Zeit, in der Albert Einstein sein Unwesen trieb, noch bessere Mathematiker, als ihn. Nur: Wer würde ihm deshalb ernsthaft seinen Expertenstatus absprechen wollen ? Albert Einstein war ohne jeden Zweifel ein Mathematikexperte und – gemessen an meinen Fähigkeiten – auch vermutlich ein Physikexperte.

Nicht nur das: Er kannte sich auch in den Regeln der Patentvergabe in Deutschland aus, denn er war ja Sachbearbeiter auf einem Patentamt.

Vermutlich gab es da den einen oder anderen Fach-Juristen, der selbst das Wissen Albert Einsteins im Bereich „Patenterteilung“ in den Schatten stellte. Dennoch – wenn beispielsweise Sie oder ich eine Frage zum Patentrecht an ihn gerichtet hätten, hätten wir zweifelsohne einen Experten in ihm erkannt.

Auch Sie haben in irgend etwas eine besondere Expertise. Sie sind ein Kenner eines oder mehreren Themen, für die Sie Ihre Kundschaft bewundern wird und dankbar darüber ist, dass Sie Ihre Expertise mit Ihnen teilen.

Viele halten mich beispielsweise für einen wortgewandten Kommunikator. Ich gebe auch Trainings (übrigens von meinen Teilnehmern mit Bestnoten versehen) zum Thema „Konfliktlösung“. Gemessen an Marshall B. Rosenberg (dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation) bin ich wesentlich weniger Experte in der GfK (die ich auch in meinen Konflikttrainings verwende).

Dennoch nennen mich meine Kunden „Experte“ für dieses Thema und ich nehme diese Bezeichnung auch an.

Dasselbe rate ich Ihnen auch: Stehen Sie doch dazu, dass Sie in manchen Themen und für eine bestimmte Zielgruppe einen Expertenstatus besitzen.

Das muss Sie ja nicht davon abhalten, diesen auszubauen.

Wenn mich das nächste Mal jemand fragt, ob ich Experte für Positionierung bin, sage ich „Ja klar – mit meiner Expertise helfe ich Coaches, Trainern und Beratern dabei, sich erfolgreich zu positionieren.“

Und so, wie Einstein mehrere Expertisen hatte, füge ich vielleicht hinzu: Und mein weiteres Expertengebiet sind Konflikttrainigs.

Suchen Sie nach Ihrem Expertenstatus und nutzen Sie ihn

So, nun aber an die Arbeit: Suchen Sie sich die Themen (oder das Thema) in dem Sie besonders gut sind und suchen Sie sich eine Zielgruppe, die Ihnen dafür einen Expertenstatus verleiht; dann haben Sie nie mehr ein leeres Auftragsbuch.

Und bitte: Machen Sie sich nicht kleiner, als Sie sind, nur weil jemand noch größer ist, als Sie.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit

Ihr

Robert Flachenäcker

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P.P.S. Hier geht es zu Ihrer Positionierung

 

6 thoughts on “Ja, Du bist Experte – nutze Deinen Expertenstatus”

  1. Demnach ist jeder ein Experte, der irgendetwas besser kann als eine andere Person. Das halte ich für eine eher fragwürdige Definition.

    1. Ja genau. Eben in Relation zu seiner eigenen Zielgruppe. Den Expertenstatus vergibt die Zielgruppe, nicht der Experte. Wo genau sehen Sie denn die Grenze des Wissens, ab der man kein Experte ist ?

      1. Ich würde sagen, man kann das statistisch betrachten. Eine relevante Stichproben an Leuten hat einen messbaren, vergleichbaren Skill. Dann könnte man z.b. das oberste Quantil als die Experten sehen.
        Ist halt alles Definitionssache.
        Nur sollte für eine allgemeine Aussage („ich bin ein Experte“) die betrachtete Menge schon etwas größer sein, als nur ich und meine Zielgruppe.

  2. eines Erachtens hat der Status „Experte“ eine externe und eine interne Komponente:

    a) extern: jemand gilt Dritten als Experte, sie sind also der Ansicht, dass er/sie ihnen ein Wissen vermitteln kann (oder hat), das sie noch nicht hatten.
    Diese Komponente beschreiben Sie oben zurecht als „Experte in den Augen anderer“ und damit nur auf deren Beurteilung basierend.

    b) intern: Der interne Expertenstatus ist perfekt erklärt in folgender Definition: „Ein Experte ist nur derjenige, der alle Fehler schon einmal gemacht hat“.

    Während a) nur eine relative Einschätzung von dem jeweiligen Thema recht fernen dritten Personen ist und damit auch leicht versierten Blendern und Hochstaplern zum Expertenstatus verhilft, die gutes aber objektiv substanzloses Eigen-Marketing beherrschen, bezieht sich b) auf die „wirklichen“ Experten für ein spezielles Thema.
    Oft ist es leider so, dass Experten vom Typ b) eher Defizite im Vermitteln ihres Wissens haben und noch seltener effektives Eigen-Marketing betreiben.
    Allerdings gibt es natürlich Experten vom Typ b), die weithin anerkannt sind, also ebenso dem Typus a) angehören.

    Wenn ich also auf einen vermeintlichen Experten treffe, den ich sonst nicht weiter kenne, ist er für mich vom Typ a). Ob er auch um Typ b) gehört, liegt dann in meiner Verantwortung.
    Je nachdem, wie kritisch ich den Experten in meinem Leben benötige, mag der Aufwand für diese Prüfung von essentieller Bedeutung für mich sein.

    1. Hi, die Gedanken finde ich gut formuliert.
      Wir sind uns dann sicher im Kern darüber einige, dass „subjektiv“ betrachtet, so manch ein Kollege oder eine Kollegin viel öfter ein Experte sein kann, als ihm das selbst bewusst ist. Übrigens: Auch ein so genannter „objektiver Experte“ kann ein ganz schöner Blender sein. Manchmal hilft da auch schlicht Intuition und gesunder Menschenverstand, um das heraus zu finden.

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